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Wieder geöffnet: Das Völkerkundemuseum Dresden im Japanischen Palais

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Erzählungen von Menschen, Dingen und Orten /

Stories of People, Things and Places

 

Das Museum ist ein gigantischer Spiegel, der es dem Menschen ermöglicht, sich endlich von allen Seiten zu betrachten.

The museum is a gigantic mirror that ultimately allows people to observe themselves from all perspectives.
Georges Bataille, Critical Dictionary, 2005

Was erzählen uns ein Fischspeer,
eine Federkrone,
ein Damenschuh, 
eine Manillenkette, eine Lackdose,
eine Vogelfigur,
ein Straußenei,  
eine Brille,
ein Talisman oder ein Tropenhelm
über unsere Sammlungswut
und unser Ordnungsverlangen?

 

 

Am 27. April 2017 laden wir um 19 Uhr zum Kick-off von PROLOG #5 TaxoMania ein.
 
Zur Eröffnung performen live:
 
Inéz Schaefer + Demian Kappenstein = Ä T N A
 
Die Stimmvirtuosin und Komponistin Inéz Schaefer und der Soundbastler und Schlagzeuger Demian Kappenstein tauchen ein in die Welt der Taxonomie. Mit Vocals und Beats, mal zart, mal impulsiv, vermischt mit elektronischen Sounds spielen sie mit den Objektbezeichnungen und Kategorien und füllen die Ausstellungsfläche im Japanischen Palais mit ihren Improvisationen. 

 

Auch im Museum ist die Anwendung von Ordnungssystemen
komplex und kontinuierlich im Wandel. Kein Ordnungssystem
ist perfekt und stets historisch und kulturell verankert.

Für Prolog #5 „TaxoMania“ ist eine surrealistische Wunderkammer entstanden, die die Manie des Ordnens zeigt. Mehr als 600 Sammlungsobjekte aus allen Ecken der Welt werden in einem kleinen Studiolo präsentiert.

 

Wir laden Sie herzlich zum Kick-Off der 4. Prolog-Station ein. Am Donnerstag, den 23. März 2017 empfangen wir Sie um 19 Uhr mit dem Sänger Jan Heinke. Er wird allein mit seinem polyphonen Gesang die neue Installation „Wer bist Du?“ einweihen und einen Dialog zwischen Betrachtetem und Betrachter in Gang setzen.
 
Über 300 meist anonyme Porträtfotos von Menschen aus Afrika, Amerika, Australien, Ozeanien und Asien werden projiziert. Diese Fotografien, die aus der Zeit von Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen und zu den Sammlungen der Museen für Völkerkunde in Dresden und Leipzig gehören, wurden benutzt, um Bevölkerungen durch physiognomische Charakteristika, Kleidung oder Schmuck zu typisieren und klassifizieren, mit dem Ziel, sie zu erforschen.
 
Nach einer kurzen Einführung von Nanette Snoep über die Intention dieser Installation laden wir Sie in unsere kleine Prologbühne zu einem Gespräch mit Dr. Agnes Matthias zur Verwendung von historischen ethnografischen Fotografien in der zeitgenössischen Kunst ein.