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10 Stationen, 10 Perspektiven / 10 stations, 10 perspectives

Prolog # 1-10 erzählt globale und lokale Geschichten über Menschen,Dinge und Orte. In zehn lebendigen Installationen werden Besonderheiten und Herausforderungen ethnologischer Museen unter der Lupe genommen. Objekte, die in Kisten flüstern, projizierte anonyme historische Porträts aus dem Fotoarchiv, eine absurde Wunderkammer über Sammlungs- und Klassifikationswut oder ein Wohnzimmer mit Geschichten über sächsische Rituale. Prolog # 1-10 ist eine vielseitige experimentelle und stetig wachsende Ausstellung für Jung und Alt.

 

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Prolog #1-10 recounts local and global stories about people, things and places. It is a workshop Exhibition which is still in progress that explores the museum in 10 stages. During the last year, the exhibition invited the visitor each month to take a behind the scenes look at the museum – to see the collection repeatedly anew and with a fresh perspective.

 

# Das Konzept / The Concept

Das Sammeln und das Ausstellen von sogenannten "ethnografischen" Objekten kann nicht auf einen rein wissenschaftlichen Akt beschränkt werden. Es handelt sich um eine vielschichtige Beschäftigung, die gleichzeitig einen besonderen historischen Kontext, den individuellen Geschmack, die Persönlichkeit der Akteure oder einfach das Zusammentreffen verschiedener Umstände widerspiegelt. In diesem Sinne ist die Umwandlung eines Objekts in einen Museumsgegenstand das Ergebnis einer Verkettung von Begebenheiten und einer Verschachtelung von Geschichten.

Prolog # 1-10 ist eine experimentelle Werkstattausstellung im Prozess, die auf dem Prinzip des Bricolage basierend in 10 Etappen das Museum erforscht. Die evolutive und partizipative Ausstellung lädt den Besucher ein, Monat für Monat, weiter hinter die Kulissen des Museums zu blicken und die Sammlung immer wieder mit einem neuen Blick zu betrachten.

In 10 lebendigen und interaktiven Installationen entwickelt sich eine kritische Analyse einer ethnografischen Sammlung: Was bedeutet die Sammlung des Museums für Völkerkunde für die heutige Gesellschaft? Welche Geschichten erzählt sie? Von wo, über wen und für wen?

Damit wird die Ausstellung ein Ort für Auseinandersetzung, Multiperspektivität und Diskussion.

Ein Prolog bietet seinem Autor die Möglichkeit eine Erzählform zu wählen und eine Gebrauchsanweisung für das, was folgen wird, offenzulegen. Auf diese Weise entwickelt jede Etappe des Prologs # 1-10 eine neue kritische und eklektische Sichtweise: Objekte, die in ihren Kisten flüstern, projizierte anonyme historische Porträts aus dem Fotoarchiv, eine absurde Wunderkammer über Sammlungs- und Klassifikationswut, eine post-postkoloniale Stilübung, ein umgekehrtes Miniaturvölkerkundemuseum, eine Choreographie von befreiten Masken aus den Depots – so verwandelt Prolog # 1-10 die Leere der Ausstellungsfläche nach und nach in ein gigantisches Labyrinth.

Auf der Suche nach neuen Wegen, der Sammlung des Völkerkundemuseums aktuelle Relevanz zu verschaffen, wird Prolog # 1-10 dem Besucher von Mal zu Mal ermöglichen, an ein- und demselben Ort eine jeweils neue und andere Erfahrung zu machen.

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Collecting and exhibiting of so-called “ethnographic” objects cannot be regulated as a purely scientific act. It is a complex task that simultaneously echoes a particular historical context, individual taste, the personalities of its protagonists or simply the combination of various circumstances. With this in mind, the transformation of an object into a museum artefact is the result of a sequence of events as well as a nesting of stories.

Based on the principle of bricolage, Prolog # 1-10 is an experimental workshop exhibition that explores the museum in ten stages. The evolutive and participatory exhibition invites the visitor to look further behind the scenes of the museum from month to month and, with a fresh perspective, observe the collection anew.

In ten lively and interactive installations, a critical analysis of an ethnographic collection is developed: What significance does the collection in the Museum of Ethnology have for today‘s society? What are its stories? From where, about whom, and for whom? The exhibition will thereby be a place for debate, multiple perspectives and discussion.

A prologue provides its author the opportunity to choose a narrative form and disclose an instruction manual for what will follow. Each stage of Prolog # 1-10 develops a new critical and eclectic perspective in this manner. Objects that whisper in their boxes, projected anonymous historical portraits from the photo archive, an absurd cabinet of curiosities about the madness of collection and classification, a post-postcolonial exercise in style, an inside out miniature Museum of Ethnology, a choreography by masks freed from the storerooms – Prolog # 1-10 gradually trans-forms the emptiness of the exhibition space into a giant maze.

In searching for new ways of making this collection relevant today, Prolog # 1-10 will give the visitor the chance each time to experience the same place differently.

Nanette Snoep.

 Foto: Vera Marusic

Foto: Vera Marusic

# Die Kuratorin / The Curator

Im Februar 2015 übernahm Nanette Snoep die Leitung des Verbundes der drei Völkerkundemuseen in Dresden, Leipzig und Herrnhut.

Sie strebt nach der Entwicklung neuer Formen des Ausstellungsmachens in Bezug auf einen zeitgemäßen Umgang mit ethnographischen Objekten.

Von 1999 bis 2015 war Nanette Snoep am Pariser Musée du Quai Branly tätig. Sie hat Anthropologie und Kulturmanagement an der École des hautes études en sciences sociales in Paris studiert.

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Since February 2015 the Dutch ethnologist Nanette Snoep is director of the three ethnographic Museums in Saxony – in Leipzig, Dresden and Herrnhut.

Her goal is to develop new exhibitions drawing on contemporary ethnographical approaches.

Until 2014 she was Chief Curator of the Historical Collections Unit at Quai Branly Museum in Paris – a collection of European drawings, prints, paintings and sculptures dealing with the history of discovery and European expansionism, slavery and French Colonial History.

 



Die 10 Stationen eröffneten nach und nach...

08.12.2016 ------ Prolog #1 Kistengeflüster / Wispering Boxes

19.01.2017 ------ Prolog #2 Hinter den Spiegeln / Through the Looking Glass

23.02.2017 ------ Prolog #3 Unter der Lupe / Under the Microscope

23.03.2017 ------ Prolog #4 Wer bist Du? / Who are you?

27.04.2017 ------ Prolog #5 TaxoMania

18.05.2017 ------ Prolog #6 Fremd? / Strange?

15.06.2017 ------ Prolog #7 Wir? / We?

27.07.2017 ------ Prolog #8 Parade - raus aus den Schränken! / Parade - get out of the Cupboards!

26.08.2017 ------ Prolog #9 Der Besucher / The Visitor!

14.09.2017 ------ Prolog #10 Last Minute!

 

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archiv #1-10


archiv #1-10


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Vestibül

Vestibule

Im Treppenhaus sowie im Durchgang bis in die Ausstellungsräume hinein hört der Besucher Töne aus der ganzen Welt: Straßengeräusche, Musikfragmente, Stimmen. Es klingt wie eine Kakophonie von Tonfragmenten aus den Ursprungsländern der Objekte, die im Vestibül ausgestellt sind. Nach der Klanginstallation im hellen Treppenhaus stellt das dunkle Vestibül eine Übergangspassage vor dem Prolog dar. Das Vestibül bringt den Besucher aus dem Gleichgewicht und führt in schrittweise in die Ausstellungswerkstatt ein. Es gibt keine Textbeschreibungen zu den Objekten. Welche Emotionen rufen diese Objekte beim Besucher hervor, wenn sie ohne Erklärungen auf ihn treffen? Nach dem Vestibül beginnt die Ausstellungswerkstatt.

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In the staircase, as well as in the corridor and right into the exhibition rooms, visitors hear sounds from all over the world: street noise, musical fragments, voices. It sounds like a cacophony of fragments from the countries of where the objects exhibited in the vestibule originated. After the sound installation in the bright staircase, the dark vestibule represents a transitional passage preceding the Prolog. The vestibule is unsettling for the visitor and leads successively to the exhibition workshop. There are no text descriptions for the objects. What emotions do these objects evoke when the visitors encounter them without any explanation? After the vestibule, the exhibition workshop Begins.

 

 #1 Kistengeflüster

Whispering boxes

Tausende, abertausende Gegenstände aus Afrika, Ozeanien, Australien, Asien und Amerika, die seit dem 16. Jahrhundert gesammelt wurden, werden heute in Dresden aufbewahrt. Mit einer Inventarnummer als Eigentumsnachweis versehen, werden einige von ihnen zusammen mit Schicksalsgenossen in Vitrinen ausgestellt. Doch die meisten Objekte bleiben in den Depots eingeschlossen und warten auf den Tag, an dem sie von einem Wissenschaftler wiederentdeckt oder von einem Restaurator repariert werden.

Diese Objekte erzählen von individuellen, kollektiven, lokalen und globalen Geschichten. Sie erzählen über den Kontext, in dem sie geschaffen, genutzt, anschließend gesammelt, klassifiziert und in Vitrinen gestellt wurden. Mehr als dass sie den Geist einer Gesellschaft darstellen, sind sie ein Überbleibsel all dessen.

Die Biografien dieser Objekte werden für immer unvollendet bleiben. Darum haben wir in dieser ersten Station des Prologs versucht, ihnen eine Stimme zu geben, sie – inspiriert von historischen Archivquellen – von sprachlosen Objekten in ihre Geschichte erzählende Subjekte zu verwandeln. Ihr Geflüster erinnert uns daran, dass jedes Objekt, sei es in einer Kiste verborgen oder in einer Vitrine ausgestellt, einen unfassbaren Schatz von Geschichten der Welt birgt, von anderswo und von hier.

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Tens of thousands of objects from Africa, Oceania, Australia, Asia and America, collected from as early as the 16th century, are kept today in Dresden. They followed winding, sometimes tortuous routes to reach us, going from place to place, passing from hand to hand and moving from one building to another before being placed in a glass-box or in a storage crate. Such is the fate of these unique objects, which, before they turned into museum artefacts, once danced, decorated a powerful king, were used to cure illnesses, communicated with the dead or simply served as a food container. Now labeled with an inventory number as a deed of ownership, some of the objects are showcased together with their fellow counterparts, although most remain secluded in storage, waiting for the day when a researcher rediscovers them or a conservator repairs them.

These objects tell fragments of stories, personal and collective narratives as well as local and global stories. They speak about the contexts in which they were created and were used by their initial owners before being collected, sorted and showcased. Rather than representing the spirit of a society, they are a remnant of it.

The biographies of these objects will forever remain incomplete. Therefore, for this first station of Prolog we have attempted to lend them a voice. Inspired by the historical archives, we have transformed the silent objects into narrators. Their whispers remind us that each object hidden in one of these cases or displayed in a showcase holds an incredible source of world history from here and elsewhere. Therefore, please open your ears, listen carefully and take time to hear the whispers of these objects in their crates.

 

 

#2 Hinter den Spiegeln  

Through the Looking Glass

 

In der zweiten Station werden die Depoträume des Museums zum Thema. Die Berliner Künstlerin Anja Nitz blickte 2016 hinter die Fassade des Museums und setzte sich mit den Depots der drei Museen für Völkerkunde in Dresden, Leipzig und Herrnhut auseinander, die durch ihren künstlerischen Blick in einer 18 minütigen Fotoinstallation fragmentiert ausgestellt werden.

Doch warum Depots?
Depots sind wahre Schlüsselorte der Museen, beherbergen sie doch den weitaus größten Teil der Sammlungsbestände. Sie bilden die "Lebensräume" der Objekte. Depots sind Orte des Zusammentragens, des Identifizierens, des Benennens, des Schaffens und Auflösens von Ordnungen, des Verpackens und Auspackens, des Inventarisierens, des fortwährenden Auf- und Umräumens. Hier wird Unordnung zur vermeintlichen Ordnung.
Anja Nitz beschreibt Depots auch als `Parallelwelten´, wodurch ihre Arbeit zum Versuch wird, uns gleichsam einen Spiegel vorzuhalten und diese Orte zu fassen.

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In this installation, the artist Anja Nitz analyzes the underlying principle of the museum. She broaches the issue of the work that takes place in the museum’s storerooms and shows the working environments within the storehouses that usually remain hidden from the eyes of the visitor.

 

Foto-Installation, Dauer / Duration: 17:40 Min., 2016

 #3 Unter der Lupe

Under the Microscope

Schritt für Schritt wird es den Besuchern ermöglicht, immer weiter hinter die Kulissen des Museums zu schauen und seinen Akteuren zu begegnen: Sammler, Wissenschaftler, Restauratoren, Sammlungsverwalter, Archivare, Zeichner. Durch welche Prozesse wird ein Ding ein Museumsexponat? Wie ändert ein Museum den Status der Dinge und wie bestimmen Museumsakteure die Wahrnehmung eines Objekts?

Vorgestellt werden fünf Sammler mit einer Auswahl an Objekten. Lauschen Sie auch unseren Wissenschaftlern über das Ethnologiestudium in der DDR, entdecken Sie alte Karteikarten aus unserem Archiv oder nehmen Sie selbst den Stift in die Hand und zeichnen ein Objekt!

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Step by step, visitors are allowed to take a look behind the scenes of the museum and meet its key players: collectors, scientists, conservators, collection managers, archivists and designers. What is the procedure for exhibiting a thing? How does a museum alter the state of things and how do the players of a museum define how an object is perceived?

 

#5 TaxoMania

Auch im Museum ist die Anwendung von Ordnungssystemen komplex und kontinuierlich im Wandel. Kein Ordnungssystem ist perfekt und stets historisch und kulturell verankert. Für Prolog #5 „TaxoMania“ ist eine surrealistische Wunderkammer entstanden, die die Manie des Ordnens zeigt. Geöffnet wird ein Universum von Objekten, die sich über- und unterordnen, gliedern, kategorisieren, sich mit kuriosen Bedeutungen und Werten aufladen.
Mehr als 600 Sammlungsobjekte aus allen Ecken der Welt werden in einem kleinen Studiolo präsentiert. Was erzählen uns ein Fischspeer, eine Federkrone, ein Damenschuh, eine Klapper, eine Manillenkette, ein Goldschmuck, eine Lackdose, eine Vogelfigur, ein Straußenei, eine Duftkette, eine Brille, ein Talisman oder einen Tropenhelm über unsere Sammlungswut und unser Ordnungsverlangen? Nach welchen Kriterien werden Objekte klassifiziert und kann es je ein Ende jeglicher Ordnung geben?

Entdecken Sie hier die scheinbar kleinsten Objekte des Museums, ein Sammelsurium von Kämmen und Scheren, Stöcken und Stäben, Kalebassen, roten und blauen Objekten, leichten und schweren, aber auch Fragmente.

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Even in museums, the implementation of organizational systems is complex and constantly changing. No system of order is perfect or is permanently anchored historically and culturally. For Prolog # 5 "TaxoMania" a surrealistic chamber of curiosities has emerged that shows the mania of arranging. A universe of objects is opened, subordinated, subordinated, categorized, loaded with curious meanings and values.

More than 600 objects of the collection from all corners of the world are presented in a small studio. What does a fishing spear, a crown of feathers, a lady's shoe, a rattle, a necklace of manillas, a piece of gold jewellery, a paint can, a figure of a bird, an ostrich egg, a necklace, a pair of glasses, a talisman or a pith helmet tell us about our mania for collection and our need for order? According to which criteria are objects classified and can there ever be an end to any order?

Discover the seemingly smallest objects of the museum, a collection of combs and scissors, sticks, red and blue objects, light and heavy, as well as fragments.

 

#6 Fremd?

Strange?

Befremden/Entfremden. Was ist fremd und für wen? Befremdet oder entfremdet ein Museum? Konstruktion von Differenz, von Alterität. Kolonialgeschichte und ungleiche Machtverhältnisse. Fremdwahrnehmungen in Dresden, Sachsen, Deutschland, ... der Welt.

„Ich ist ein Anderer“, schrieb der französische Dichter Arthur Rimbaud. Dieser Satz steht im Mittelpunkt von Prolog #6. Diese Station beschäftigt sich mit dem Fremden, aber nicht nur unter dem Aspekt wie die Europäer Menschen aus anderen Kontinenten dargestellt haben, sondern erlaubt auch eine Umkehr der Blickrichtung. Wie haben diese sogenannten „Fremden“ durch die Jahrhunderte „ihre Fremden“, die europäischen Missionare, Soldaten, Kaufmänner, Kolonialbeamte und Reisende wahrgenommen? Wie ist es selbst in den Spiegel zu schauen? Wie verändert sich dadurch die Selbstwahrnehmung?

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Alienation / estrangement. What is strange and for whom? Does a museum make one feel alienated or estranged? Construction of difference, of otherness. Colonial history and unequal power structures. Foreign perceptions in Dresden, Saxony, Germany ... the world.

"I is an other," wrote the French poet Arthur Rimbaud. This sentence lies at the heart of Prolog # 6. This station deals with the stranger, but not only from the point of view of how the Europeans have portrayed people from other continents. It also allows the perspective to be reversed. How have these so-called "strangers" perceived their strangers –  European missionaries, soldiers, merchants, colonial officials, and travellers –  through the centuries? How is it for oneself to look into the mirror? How does self-perception change such things?

#7 Wir?

We?

Was bedeuten „Wir“ und der Diskurs über das „Andere“ in einem Museum für Weltkulturen? Aus welcher Perspektive spricht das Museum? Was ist das, die Sächsische Kultur? Gibt es tatsächlich abgeschlossene Kulturen?


"Wir?“ ist das Ergebnis einer Studie mit und unter Geflüchteten, die in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Dresden erfolgt ist. „Wir?“ ist ein Wohnzimmer, in dem der Besucher Geschichten, Fragmente von Beobachtungen sächsischer Rituale, Erlebnisse und Orte sehen und hören kann. Es ist eine Collage von Anekdoten, Klischees, Erfahrungen, Missverständnissen und Kuriositäten. "Wir?" erzählt von der Begegnung von Geflüchteten mit einer neuen Gesellschaft.

Mehr zum Projekt erfahren Sie hier: 

What is the meaning of "we" and the discourse about the "other" in a museum for world cultures? From which perspective does the museum speak? What is the Saxon culture? Are there truly “collective” cultures? "We?" – the result of a study that worked with and among fugitives – has taken place over the past months in cooperation with the Umweltzentrum Dresden. "We?" is a living room where the visitor can see and hear stories, fragments of observations of Saxon rituals, experiences, and places. It is a collage of anecdotes, stereotypes, experiences, misunderstandings, and curiosities. "We?" tells of the encounter of fugitives with a new society.

 

Beteiligte Geflüchtete/participating refugees*: Abdulhakim, Ali Asad, Fadi, Fatima, Hafez, Kolahta, Mahmoud, Mohamad, Mohammed, Najib, Safiullah (*Die Nachnamen wurden zum Schutz auf Wunsch der Geflüchteten entfernt./ The family names have been removed to protect the refugees at their request.)

 

Here you can read more about the project: https://www.mirrows.de/de/t4-projekt

#8 Parade - Raus aus den Schränken!

Parade - get out of the Cupboards!

Was geschieht mit Masken, wenn man sie ihrem ursprünglichen Kontext entreißt und sie losgelöst von ihrem Ursprungsort, von Ritualen, Musik, Gesang und Tanz im Museum als Artefakte präsentiert? Kann man diesen Kontext wiederherstellen oder ist dieser Versuch vergeblich? Prolog #8 setzt sich mit diesen Fragen auseinander.
In der ersten Etappe starteten wir Ende Juli 2017 mit drei Masken und ihren Kostümen aus Burkina Faso, die von der Kustodin des Museums, Silvia Dolz, für diese Ausstellung angekauft wurden. Vier weitere historische Masken aus Brasilien, Korea, Kamerun und Indonesien, sowie eine zeitgenössische Radiomaske aus Sambia führen diese museografische Parade quer durch die ganze Ausstellung seit Ende August fort.

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What happens to masks when they are snatched away from their original context and, detached from their place of origin, are presented in the museum as artefacts of rituals, music, song and dance? Is it possible to restore the context or is this attempt in vain? Prolog #8 addresses these issues.
In the first stage, at the end of July 2017, we started with three masks and their costumes from Burkina Faso, bought by the museum's custos, Silvia Dolz, for this exhibition. Five more masks from Brazil, Korea, Cameroon, Indonesia and Zambia from then until today continued this museographic parade throughout the entire exhibition in the end of August.

#9 Der Besucher

The Visitor

Wer ist der Besucher? Was gefällt ihm oder auch nicht? Was wünscht sich der Besucher darüber hinaus von der Ausstellung? In Prolog #9 liegt das Augenmerk ganz auf den Erfahrungen und dem Feedback der Besucher. Schritt für Schritt werden Wünsche und Vorschläge von Besuchern verwirklicht. So kann der Besucher selbst Einfluss auf die Ausstellung nehmen.

Besuchen Sie jetzt die Ausstellung und hinterlassen Sie uns Ihre Nachricht!

 

#10 Last Minute!

 

 
  Foto: Mo Zaboli

Foto: Mo Zaboli

 

In Last Minute! kommt es zum Finale der Prologausstellung. Eröffnet wird Prolog #10 durch die Performance "Prewash-wash-drying-purification" des Künstlers Eddy Ekete aus Kinshasa.


Eddy Ekete
- Prewash-wash-drying-purification -

Performance im Innenhof, Japanisches Palais, 14.9.2017

Mit dieser Performance, die der Künstler Eddy Ekete für die Station Prolog #10 Last Minute! entwickelt hat, wird die Verantwortung ehemaliger und gegenwärtiger Weltmächte offengelegt, ob es sich nun um die Kolonialmächte von gestern oder die multinationalen Unternehmen von heute handelt, die nach wie vor hemmungslos und ohne Rücksichtnahme auf Mensch und Natur die Ressourcen des afrikanischen Kontinents plündern.

Zu den heutigen Flaggen der europäischen Mächte gesellen sich Flaggen der ehemaligen deutschen Kolonien und Flaggen, auf denen afrikanische Objekte sowie Karteikarten und Fotografien aus der Kolonialzeit abgebildet sind, die aus den Sammlungen der Museums für Völkerkunde Dresden und des Grassi Museums für Völkerkunde Leipzig stammen. Dem Künstler geht es darum, die direkten und indirekten Verstrickungen der Objektsammlungen afrikanischer Herkunft, die heute in europäischen Museen aufbewahrt werden, mit der kolonialen Vergangenheit aufzuzeigen. Ohne die Kolonialisierung und das Fortbestehen kolonialer Funktionsmechanismen wären die europäischen Museen niemals im Besitz einer solchen Vielzahl afrikanischer Objekte. Sind sie also Nutznießer des Kolonialsystems?

Zwischen Anklage, Erinnerungsarbeit und Versöhnungswille beleuchtet der Künstler durch das Waschen und Aufhängen der Flaggen die Verantwortlichkeit Europas für die Ausbeutung des afrikanischen Kontinents. Er wäscht, trocknet und reinigt … ist es möglich, die Vergangenheit „reinzuwaschen“?

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Eddy Ekete
- Prewash-wash-drying-purification -

 Performance in the courtyard, Japanisches Palais, September 14, 2017

 With this performance, developed by the artist Eddy Ekete for the Prolog Station #10 Last Minute!, the responsibility of former and present world powers is disclosed – be it the colonial powers of yesterday or today's multinational corporations, who still loot and plunder the resources of the African continent without regard to humankind and nature.

 The flags of today’s European powers are joined by flags of the former German colonies and flags depicting African objects as well as maps and colonial-era photographs from the collections of the Museum of Ethnology Dresden and the Grassi Museum of Ethnology in Leipzig. The artist aims to illustrate the direct and indirect entanglement of the African collections of objects, which are now preserved in European museums, with the colonial past. 

 Without the colonialization and the continued existence of colonial operational mechanisms, the European museums would never have such a multitude of African objects. Are they beneficiaries of the colonial system? Between prosecution, remembrance, and reconciliation, the artist highlights the responsibility of Europe for the exploitation of the African continent by washing and hanging flags. He washes, dries and cleanses ... is it possible to "clean" the past?

 

Trailer: Clara Wieck

Eddy Ekete (*1978 in Kinshasa, D.R. Kongo) ist ein bildender Künstler, der auf verschiedenen künstlerischen Feldern arbeitet. Bildhauerei, Malerei, Performance, Happening, Musik, Zeichnung, Fotografie, Tanz und Video sind die Grundlagen seiner Arbeit und Spielwiese für den Kontakt und Austausch mit der Öffentlichkeit. Nach Abschluss seines Studiums an der École des Beaux-Arts in Kinshasa 2002, setzte er in Straßburg sein Studium fort und erhielt 2008 sein Diplôme National Supérieur d’Expression Plastique. Als Gründungsmitglied des Kollektivs EzaPossibles (Kinshasa 2003), des Künstlerkollektivs La Semencerie (Straßburg 2009) und der Rencontres Internationales Kinact (Kinshasa 2015), konfrontiert er sein künstlerisches Schaffen immer auch mit dem urbanen Raum. Seine Arbeit basiert auf ethnologischen Beobachtungen. Eddy Ekete schafft mit seinen Arbeiten einen Spiegel der Welt, die ihn umgibt. Im Rahmen der 10. Prologstation „Last Minute!“ wurde Eddy Ekete eingeladen, um auf die heutigen Debatten um die Deutsche Kolonialgeschichte und den Erwerbungskontext von hunderttausenden von Objekten, die vom Afrikanischen Kontinent stammen und sich heute in den Sammlungen deutscher Museen befinden, zu reagieren.

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Eddy Ekete (* 1978 in Kinshasa, D.R. Kongo) is a visual artist who works in various artistic fields. Sculpture, painting, performance, happening, music, drawing, photography, dance and video are the foundations of his work and the gameplay for contact and exchange with the public. After completing his studies at the École des Beaux-Arts in Kinshasa in 2002, he continued his studies in Strasbourg and in 2008 he received his diploma Supérieur d'Expression Plastique. As a founding member of the collective EzaPossibles (Kinshasa 2003), the artist collective La Semencerie (Strasbourg 2009) and Rencontres Internationales Kinact (Kinshasa 2015), he always confronts his artistic work with the urban space. His work is based on ethnological observations. Through his work, Eddy Ekete creates a mirror of the world that surrounds him. For “Last Minute!”, the 10th Prolog station, Eddy Ekete was invited to respond to today's debates on the German colonial history and the acquisition of hundreds of thousands of objects from the African continent, which are now part of the collections of the German Museums.

 

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#DasFinale


#DasFinale


#DasFinale

PROLOG-Abschlussfestival

16. - 18. März 2018

Am Wochenende des 16. - 18. März 2018 fand in der PROLOG-Ausstellung im Japanischen Palais das Festival #DasFinale statt, um "Auf Wiedersehen!" zu sagen. Mit verschiedenen Veranstaltungen wurde noch mal auf die Zeit des Entstehens, des Wachsens, des Verwandelns des PROLOGS zurückgeblickt. Hier ein Rückblick auf das Festival! 

Zum 08. April 2018 schließt die Ausstellung ihre Türen. Doch es wird ein Wiedersehen geben. Im Grassi-Museum in Leipzig, wird WERKSTATT PROLOG ab Juni 2018 zu sehen sein. 

 
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Jan Heinke

Am Sonntag hat Jan Heinke von STAHLQUARTETT mit seinem Stahlcello die PROLOG-Ausstellung zum Klingen gebracht. Überall waren die zarten Streichklänge zu vernehmen. Ein magisches und melancholisches Abschiedslied.

Foto: Vera Marušić

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Restauratorinnen @ work

Am Sonntag konnten die Besucher*innen mehr über die Arbeit von Restaurator*innen erfahren und Fragen zu den Objekten in der Ausstellung stellen. Am Ende des Festivals durften wir live dabei sein, als das erste Objekt für den Umzug (#moving) eingepackt wurde.

Foto: Vera Marušić

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FREMD?-Führung

Bei den beiden FREMD?-Führungen am Sonntag konnten die Besucher*innen die Ausstellung unter dem Aspekt der Fremdheit kennenlernen. Was ist das "eigene" und was ist "fremd" und wie definieren wir das überhaupt?

Foto: Vera Marušić

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Inéz Schaefer

Der Samstag Abend war melancholisch und nachdenklich gefäfbt durch Inéz Schaefers einfühlsame Stimme, die gefagt hat: Wo bist du hin? Wer bist du? Die atmosphärische Musik von Inéz war immer wieder von Einspielern von Kolonialliedern unterbrochen. Das hat zum Nachdenken angeregt und dazu, auch hinter die Fassade zu schauen.

Foto: Mo Zaboli

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Comic-Lesung

Am Samstag Abend haben wir mit Birgit Wyhe ihren Comic "Madgermanes" lesen dürfen, der die Geschichten der Gastarbeiter erzählt, die aus Mosambik in die DDR gekommen sind. Im Anschluss haben wir uns mit ihr und mit Emiliano Chaimite, der damals als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen ist, über diese Zeit unterhalten. Die damaligen Ungerechtigkeiten sind heute nach wie vor Thema und sorgen für Diskussionsstoff.

Foto: Mo Zaboli

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Utz Pannike

Am Samstag hat der Schauspieler Utz Pannike vom Panischen NOt-Theater in seinen Pop-Up Performances Geschichten zu Menschen, Dingen und Orten zusammengesponnen. Das hätte er nie ohne Ihre Hilfe geschafft. Aus Erzählungen und Assoziationen aus dem Publikum hat Utz Pannike  Geschichten gebaut und sie in Lieder verpackt. Museum darf auch lustig sein.

Foto: Mo Zaboli

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Erzählcafé mit Mnyka Sururu Mboro

Im Erzählcafé am Samstag hat uns Mnyka Sururu Mboro von der Zeit erzählt, als Tansania eine deutsche Kolonie war und wie das immer noch unsere Gegenwart beeinflusst. Gerade im Museum ist es wichtig, dass man an die Geschichte erinnert und immer wieder das Gespräch sucht, um herauszufinden, wie mit einem sogenannten gemeinsamen Erbe umgegangen werden kann.

Foto: Mo Zaboli

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Treta Mominka

Der A Capella Chor Treta Mominka hat am Samstag den Festivaltag eröffnet. Die Ausstellung war erfüllt von exotischen Klängen: Jodeln. Marieluise Herrmann, Marleen Andreev und Sarah Hesse haben für uns verschiedene "Volkslieder" gesungen. Jedes klang auf seine eigene Art und Weise anders, "fremd". Was bedeutet "fremde" Kultur überhaupt? Treta Mominka haben uns gezeigt, dass man nicht unbedingt sehr weit schauen muss, um sich zu wundern.

Foto: Mo Zaboli

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PROLOG - Kino

Am Freitag Abend haben wir in der Ausstellung zwei Filme gezeigt: "Petit à Petit" von Jean Rouch und "Das Fest des Huhnes" von Walter Wippersberg. Danach haben wir über die umgekehrte Ethnologie der beiden Werke gesprochen und diskutiert, über wen sich diese mockumentaries lustig machen.

Foto: Vera Marušić

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#moving


#moving


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...ON THE ROAD AGAIN

Die PROLOG-Ausstellung schließt zum 08. April ihre Türen im Japanischen Palais. Die Kisten und Vitrinen werden geöffnet und die Bewohner verlassen die Kästen, werden aufgereiht, bereit zum Umzug. Wohin?

Überall liegen Schrauben, dünnes Papier, Schaumstoff, Klarsicht- und Luftpolsterfolie. Das passiert hinter den Kulissen. Besucht man in den letzten Wochen die Ausstellung, wird man all das nicht sehen. Es bleiben Leer_Stellen, die noch immer Geschichten erzählen. Von Menschen, Dingen, Orten. 

War da nicht immer...? Wo ist eigentlich...? 

Aber es ist kein Abschied für immer! Die PROLOG-Ausstellung verschwindet nicht, sie bewegt sich, sie zieht um (englisch: moving), sie verändert sich. Im Grassi-Museum in Leipzig wird WERKSTATT PROLOG ab Juni 2018 zu sehen sein.

Verfolgen Sie auf dieser Seite und bei news die Fortschritte des Umzugs. Rausholen, Einpacken, Verstauen, Verladen, Fahren, Ausladen, Auspacken, Ausstellen.


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Mein rechter, rechter Platz ist leer

Und mein linker und der vor mir und der hinter mir auch. Im Grassi Museum ist es noch sehr leer. Das heißt: Viel Platz für gute Ideen. Bei dem Rundgang durch die zukünftigen Ausstellungsräume des PROLOGS am 27.03. kamen wieder einige bemerkenswerte Einfälle zusammen. Wir sind schon sehr gespannt auf WERKSTATT PROLOG im Juni 2018.


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Irgendwas, das bleibt

Nebenan von TaxoMania geht es weiter mit dem Wir?-Wohnzimmer. Das "typisch sächsische" Wohnzimmer wurde leer geräumt und entkernt. Alle Schilder wurden abmontiert, die Klingel funktioniert nicht mehr. Aber wenn man ganz leise ist, dann kann man die Wände noch flüstern hören. Oder bildet man sich das ein? Wo sind die Geschichten hin?


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Abgesammelt

Am Wochenende vom 24.-25.03. wird TaxoMania nur noch als leerer Kasten zu sehen sein. Nun ja, ganz leer nicht. Die Objekte sind aus den Vitrinen verschwunden, die Vitrinen selbst auch. Jetzt stehen dort Leitern und Müllsäcke. Flatterband hängt vor dem Eingang. Die "Wunderkammer" ist nicht begehbar. Können Sie sich noch erinnern?


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Kleine Meerjungfrau

Auch das letzte Objekt ist aus TaxoMania verschwunden. Das kleine Meerwesen wurde behutsam aus dem Vitrinenschlaf geweckt und in einer gemütlichen Kiste untergebracht, wo es schlummern kann, während ein großer Teil der Taxomania-Sammlung nach Leipzig umzieht.


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Let's get started

Die ersten Objekte wurden bereits aus den vollgepackten Regalen von Station #5 TaxoMania herausgesammelt und sicher verpackt. Wie die leeren Regale jetzt wirken, können Sie sich am Wochenende vom 24. - 25. März anschauen.