museumsakteure

museum's protagonists

 

Schritt für Schritt wird es den Besuchern ermöglicht, immer weiter hinter die Kulissen des Museums zu schauen und seinen Akteuren zu begegnen: Sammler, Wissenschaftler, Restauratoren, Sammlungsverwalter, Archivare, Zeichner. Durch welche Prozesse wird ein Ding ein Museumsexponat? Wie ändert ein Museum den Status der Dinge und wie bestimmen Museumsakteure die Wahrnehmung eines Objekts?

Step by step, visitors are allowed to take a look behind the scenes of the museum and meet its key players: collectors, scientists, conservators, collection managers, archivists and designers. What is the procedure for exhibiting a thing? How does a museum alter the state of things and how do the players of a museum define how an object is perceived?

 

In der Installation von Anja Nitz werden die Depoträume des Museums zum Thema.

Die Berliner Künstlerin Anja Nitz blickte 2016 hinter die Fassade des Museums und setzte sich mit den Depots der drei Museen für Völkerkunde in Dresden, Leipzig und Herrnhut auseinander, die durch ihren künstlerischen Blick in einer 18 minütigen Fotoinstallation fragmentiert ausgestellt werden.

Doch warum Depots?


Depots sind wahre Schlüsselorte der Museen, beherbergen sie doch den weitaus größten Teil der Sammlungsbestände. Sie bilden die "Lebensräume" der Objekte. Depots sind Orte des Zusammentragens, des Identifizierens, des Benennens, des Schaffens und Auflösens von Ordnungen, des Verpackens und Auspackens, des Inventarisierens, des fortwährenden Auf- und Umräumens. Hier wird Unordnung zur vermeintlichen Ordnung.
Anja Nitz beschreibt Depots auch als `Parallelwelten´, wodurch ihre Arbeit zum Versuch wird, uns gleichsam einen Spiegel vorzuhalten und diese Orte zu fassen.

In this installation, the artist Anja Nitz analyzes the underlying principle of the museum. She broaches the issue of the work that takes place in the museum’s storerooms and shows the working environments within the storehouses that usually remain hidden from the eyes of the visitor.

Fotos: Anja Nitz

Künstlerin Anja Nitz

  Foto: Nadja Wehling

Foto: Nadja Wehling

 

Die Berliner Künstlerin Anja Nitz,1971 in Hamburg geboren, studierte Romanistik, Geschichte und Germanistik, später Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Während des dortigen Studiums entdeckte sie die Fotografie und startete das Fotoprojekt "Wunderkammer Charité". Die Bilder dieses fünf Jahre andauernden Projektes waren im letzten Winter in einer Ausstellung im Tieranatomischen Theater der Humboldt-Universität zu besichtigen. Ihre Motive sind öffentliche und gesellschaftlich relevante Einrichtungen, wie z.B. Kliniken, Botschaften, Bibliotheken oder auch Atomkraftwerke. Sie versucht, die Vorstellungswelt und gesellschaftlich gültige Konventionen, die im Zusammenhang mit solchen Institutionen eine Rolle spielen, aufzuspüren und zu visualisieren. Anja Nitz fotografiert meist die Innenräume, wobei das ‚Subjektive‘ entscheidend ist.