restitution

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Die drei Museen für Völkerkunde in Sachsen – das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Museum für Völkerkunde Dresden, Völkerkundemuseum Herrnhut, die seit 2010 zum Museumsverband der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehören, bewahren zahlreiche menschliche Gebeine. Mehrere Tausend sind Teil der sogenannten „Anthropologischen Sammlung“, die sich heute im Museum für Völkerkunde Dresden befindet. Diese Sammlung ist das Erbe der Kolonialzeit und begründete sich zum einen auf den Rassentheorien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, zum anderen ist sie das Ergebnis der Einführung neuer, positivistischer Forschungsmethoden wie der Kraniometrie (Schädelvermessung), mit dem Ziel, vergleichbare Daten über die Menschheit zu erlangen.

Die Vertreter*innen der zu dieser Zeit noch jungen Wissenschaft der Anthropologie glaubten, kulturelle Unterschiede zwischen den Menschen auf biologische Ursachen zurückführen zu können. Sie legten große Gebeine-Sammlungen an, um ausreichend Forschungs- und Vergleichsmaterial zur Verfügung zu haben. Zur Beschaffung von außereuropäischem „Forschungsmaterial“ – so wurde es damals benannt – wurden Sammler*innen, Reisende und Abenteurer*innen beauftragt, dieses zu erwerben und nach Deutschland an die Museen und Universitäten zu schicken. Grabplünderungen und gewalttätige Kontexte, in denen die menschlichen Gebeine damals erworben wurden, sind heute Anlass für heftige Kritik.

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The three museums for ethnology in Saxony – the GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Museum für Völkerkunde Dresden and the Völkerkundemuseum Herrnhut, which have been part of the Museum Association of the Staatliche Kunstsammlungen Dresden since 2010, have preserved numerous human remains. Several thousand are part of the so-called “Anthropological Collection,“ which is now housed in the Museum für Völkerkunde Dresden. This collection is the legacy of the colonial era and was based on the racial theories of the 19th and early 20th centuries as well as on the introduction of new positivist research methods such as craniometry with the aim of obtaining comparative data on humanity.

The proponents of the science of anthropology, which was still in its infancy, believed that cultural differences between people could be traced back to biological causes. They amassed extensive collections of bones to have sufficient research and comparative material at their disposal. Collectors and adventurers were commissioned to purchase non-European “research material” – as it was then called – and send it to museums and universities in Germany. Grave plundering and violent contexts in which human remains were acquired at that time are now the subjects of fierce criticism.

Fotos: Mo Zaboli


wir reden hier über menschen

we are talking here about human beings

Seit Anfang der 1990er Jahre wurden von staatlichen Stellen und von Vertretern und Organisationen verschiedener indigener Gruppen Restitutionsanfragen an das Museum für Völkerkunde Dresden, das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig und seit 2010 auch an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Anfragen zum Sammlungsbestand und Rückgabeforderungen der menschlichen Gebeine von Vorfahren gestellt.

Am 23. Oktober 2017 hat der Freistaat Sachsen erstmals menschliche Gebeine an Vertreter des Ursprungslandes zurückgegeben. Die aus Hawai‘i stammenden menschlichen Gebeine wurden zwischen 1896 und 1902 aus ihren Bestattungshöhlen geraubt und gelangten zwischen 1896 und 1904 als Kauf und als Schenkung in das Königlich Zoologische und Anthropologisch-Ethnographische Museum, der Vorgängerinstitution des 1945 gegründeten Museums für Völkerkunde Dresden.

In den Depots der drei sächsischen ethnologischen Museen lagern noch viele menschliche Gebeine. Neben Hawai‘i haben auch Neuseeland, Australien und Namibia Restitutionsanträge an den Freistaat Sachsen gerichtet. Die offizielle Übergabe fand am 23. Oktober 2017 in der Ausstellung Prolog #1–10 Erzählungen von Menschen, Dingen und Orten des Museums für Völkerkunde Dresden im Japanischen Palais statt.

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Since the beginning of the 1990s, government agencies, as well as representatives and organizations of various indigenous groups, have submitted restitution requests to the Museum für Völkerkunde Dresden, the GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig and, since 2010, to the Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

On 23 October 2017, the Free State of Saxony returned mortal remains to representatives of the country of origin for the first time. The human remains from Hawai'i were looted from their burial caves between 1896 and 1902.  Between 1896 and 1904, they were sold and donated to the Royal Zoological and Anthropological Ethnographic Museum, the predecessor of the Museum für Völkerkunde Dresden founded in 1945.

The repositories of the three Saxon ethnological museums still contain many human remains. In addition to Hawai'i, New Zealand, Australia and Namibia have also applied to the Free State of Saxony for restitution.

The official handover took place on 23 October 2017 at the exhibition Prolog #1-10 Stories of People, Things and Places at the Museum für Völkerkunde Dresden in the Japanische Palais in Dresden.